3.2 Förderung besonders begabter Schülerinnen

Besonders Begabte brauchen in der Schule (wie andere Schülerinnen auch) eine Umgebung, die zum Lernen anregt, Gelegenheiten für positive soziale und emotionale Entwicklung schafft, Möglichkeiten bietet, dass jede Schülerin ihre Persönlichkeitsqualitäten entfalten kann. Die Schule ermöglicht diesen Schülerinnen, Aufgaben und Aktivitäten wahrzunehmen, die den individuellen Lernbedürfnissen entsprechen und ein besonders hohes Niveau an intellektuellen, kreativen oder praktischen Maßnahmen enthalten.

Sie brauchen ebenso spezielle Angebote wie andere Kinder und Jugendliche, sonst bleiben ihr Begabungspotenzial, ihr Lernwille und ihre Lernzeit ungenutzt. "Begabungsvielfalt erfordert unterschiedliche Formen von Begabtenförderung", sagt der Münchener Begabungsforscher Kurt A. Heller.

Die Marienschule will mit unterschiedlichen Modellen, Konzepten und Ideen erreichen, dass ihre besonders Begabten besser als bisher ihre Talente entfalten und auch ihre Freude am Lernen erhalten.

Neben dem bilingualen Zweig für sprachbegabte Schülerinnen hat die Marienschule in den Klassen 5 und 6 auch den Regelzweig im naturwissenschaftlichen Bereich gestärkt. Die Anzahl der Wettbewerbe und der speziellen Arbeitsgemeinschaften im 13 plus-Programm für besonders Begabte in unterschiedlichen Bereichen ist an der Marienschule in den letzten Jahren stark angestiegen (siehe "Begabtenförderung").

Beim Drehtür-Modell können Schülerinnen den regulären Unterricht verlassen, um entweder zwei Sprachen in der Jahrgangsstufe 7 (6 im G8-Modell) gleichzeitig zu erlernen, an eigenständigen Erweiterungsprojekten ab Klasse 7 zu arbeiten, im Differenzierungsbereich ab Klasse 9 (8 im G8-Modell) eine Sprache und gleichzeitig ein weiteres Differenzierungsangebot wahrzunehmen oder Teilunterricht in einer höheren Klassenstufe zu absolvieren. Das Angebot der Marienschule, leistungsstarke und begabte Schülerinnen durch Überspringen von Klassen ein Jahr eher zum Abitur zu führen, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Dieses kann einzeln oder in Gruppen geschehen. Auslandsaufenthalte durch Stipendien oder durch die Finanzierung der Eltern werden in der Regel in der Jahrgangsstufe 11 (10 im G8-Modell) durchgeführt. Eine Besonderheit der Begabtenförderung in der Oberstufe ist die Junior-Universität, die in Zusammenarbeit mit der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster angeboten wird. In diesem Projekt können bereits Schülerinnen an Vorlesungen und Seminaren teilnehmen, um sich Nachweise zu erarbeiten, die sie in ihrem späteren Studium auf Wunsch anerkannt bekommen. Ein weiteres Projekt wird durch die Konrad-Adenauer-Stiftung im Bildungszentrum Schloss Eichholz angeboten. Regelmäßig nehmen ausgewählte begabte Oberstufenschülerinnen an Workshops wie z.B. der Medienwerkstatt teil.

Bei der Flexibilität der Zusatzangebote werden besonders Begabte auch im regulären Unterricht integrativ gefördert; da sie ein größeres Verständnis in die Tiefe eines Themas haben und komplexere Zusammenhänge verstehen wollen, bekommen sie Aufgaben, die ihre kreativen und problemlösenden Fähigkeiten herausfordern und so das Niveau ihres Denkens entscheidend beeinflussen.

Die Marienschule ist sich im Klaren darüber, dass fehlende Unterstützung der Begabten in diesen Bereichen sich auf ihre Motivation auswirkt und zu "Underachievement" führen kann.

Die Marienschule hat ihr eigenes flexibles Konzept entwickelt, das innerschulische Lernen mit dem außerschulischen Lernen dieser Schülerinnen zu verknüpfen. Die Verbesserung der Lehrerkompetenz bzgl. der Begabtenförderung ist ein wichtiges Ziel der Marienschule, die auch eine auf diesem Spezialgebiet ausgebildete Lehrkraft mit ECHA-Diplom (European Council for High Ability) hat.