2.1 Bildungsziele

"Schule, damit das Leben gelingt" - von dieser einfachen und griffigen Formel, die unsere ehemalige Schulleiterin Schwester Angelika fand, leiten sich nachrangig alle unsere schulischen Bildungsziele ab. Weil sich die Vorstellungen und Bedingungen vom gelingenden Leben ändern, stehen auch die Bildungsziele in permanenter Diskussion und werden kritisch hinterfragt. Aber was immer wir lehren und lernen, Schule muss dazu beitragen, dass das spätere Leben gelingt.

An der Marienschule werden Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werte vermittelt, die eine qualifizierte, zukunftsorientierte Bildung ermöglichen. Mit dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife werden die Schülerinnen in die Lage versetzt, ein Studium oder eine Ausbildung ihrer Wahl zu absolvieren.
Gemäß ihrer Bildungskonzeption gestaltet die Marienschule wirksame Wege des Lehrens und Lernens, auf denen die Schülerinnen in ihrer Lern- und Leistungsbereitschaft gefördert werden. Bildung, die mehr als Wissen umfasst, will Kompetenz fördern, Zusammenhänge herstellen, Orientierung geben, Neugierde wecken und Mädchen und jungen Frauen Mut machen, die zukünftige Arbeits- und Lebenswelt aktiv mitzugestalten.

Die Notwendigkeit zu ständiger Bildungserneuerung in unserer Wissens- und Lerngesellschaft steht außer Frage, wie das Schlagwort vom "lebenslangen Lernen" unterstreicht. Zwar ist jeweiliges Fachwissen nur exemplarisch, wie der Bildungsexperte Franz E. Weinert betont, jedoch wollen wir zunächst ein fundiertes Sachwissen vermitteln. Wichtig ist, dass die Schule die Voraussetzung zu lebenslangem Wissenserwerb schafft. Sie muss die "Werkzeuge", d.h. Kompetenzen, vermitteln, mit deren Hilfe man später Neues erlernen kann.

Die Marienschule unterstützt daher in ihrer fachlichen Arbeit die Verwirklichung folgender Bildungsziele im Bereich Wissen und Fähigkeiten:

Bewusst wollen wir schulische Bildung an der Marienschule nicht auf die Fachlichkeit oder die Vermittlung methodischer Fähigkeiten begrenzen. Vielmehr streben wir Bildung mit einer ganzheitlich-humanen Dimension an. Sie bedeutet nicht nur Wissen im Kopf, sondern auch Herzensbildung und Gebildetsein im Handeln. Dazu gehört insbesondere auch die emotionale und kulturelle Bildung, die in den vielfältigen Begegnungen mit Kunst, Musik, Theater, Literatur, Tanz und Sport im und außerhalb des Unterrichts für Schülerinnen an der Marienschule prägend ist.

Eine wertorientierte personale Bildung ist jenes integrierende Bildungswissen, das die Marienschule anstrebt. Das schließt Aspekte wie Fairness, Gerechtigkeit, Solidarität, Verantwortung und Rücksichtnahme ebenso ein wie die Entwicklung eines historischen Bewusstseins oder die Frage nach der religiösen Dimension unseres Lebens. Glaubwürdige Wertorientierung wird erfahren im praktischen Schulalltag, in der Klasse, im vorbildlichen Lehrerverhalten und als Gemeinschaftserfahrung etwa beim Sozialpraktikum, also immer da, wo Schule und Leben zusammengebracht werden und die Frage nach der Menschenwürde gestellt wird.

Somit entsteht eine spezifische Lernkultur, die von Fordern, Fördern und Fürsorge geprägt ist, so dass auch integratives Lernen möglich ist.