2.2 Der Bilinguale Zweig und der Regelzweig+
Der Bilinguale Zweig (deutsch-englisch)
Mit rund 375 Millionen Menschen, die Englisch als Muttersprache sprechen und mindestens weiteren 675 Millionen, die es als zweite Sprache oder als Fremdsprache beherrschen, ist Englisch unbestritten die lingua franca in fast allen Bereichen des Lebens geworden. Überdurchschnittliche Englischkenntnisse schaffen deshalb gute Voraussetzungen für Erfolg im beruflichen wie privatem Leben. Wer auf die Zukunft im neuen Europa setzt, weiß um die Bedeutung guter Sprachkompetenz.
Diesen Aspekt sah man an der Marienschule frühzeitig, und so wurde mit dem Schuljahr 1990/91 durch die Einführung des Bilingualen Zweigs besonders sprachinteressierten Schülerinnen ein erweitertes Angebot im Bereich Englisch gemacht.
Der Begriff "bilingual" weist im Idealfall auf die gleichwertige Beherrschung von zwei Fremdsprachen hin; er wird auch für solche Sprecherinnen verwendet, die zwei Sprachen mit jeweils starker, wenn auch unterschiedlicher Kompetenz verstehen und sprechen, wie z.B. Schülerinnen ausländischer Herkunft, deren Familien bereits längere Zeit in Deutschland leben, die aber auch die Sprache ihres Herkunftslandes als Kommunikationsmittel benutzen. Im schulischen Bereich bezeichnet der Begriff "bilingual" Angebote, in denen neben der Unterrichtssprache Deutsch in bestimmten Fächern eine Fremdsprache als Unterrichtssprache verwendet wird.
Der Bilinguale Bildungsgang ist als durchgehendes Modell für die Jahrgangsstufen 5-13 angelegt.
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Klasse |
Englisch |
Bilingualer Bereich |
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5 |
7 (5) |
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6 |
7 (5) |
Biologie |
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7 |
4 |
3(2) |
Erdkunde |
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8 |
4 |
2 |
3(2) |
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9 |
3 |
2 |
2 |
Politik |
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10 |
3 |
0 |
0 |
2 |
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11 |
3 |
3 |
3 |
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12 |
5 |
3 oder |
3 |
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13 |
5 |
3 oder |
3 |
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Die Klassen 5/6 stellen mit zwei zusätzlichen Wochenstunden Englisch die sprachliche Vorbereitungsphase für den bilingualen Sachfachunterricht dar. Dieser beginnt in Klasse 7 mit Biologie, gefolgt von Erdkunde in Klasse 8. In beiden Jahrgangsstufen erhält das neu einsetzende Sachfach - abweichend vom Regelunterricht - eine Unterrichtsstunde zusätzlich.
Die Bilingualität in beiden Sachfächern wird in Klasse 9 vertieft und gefestigt und in der Klasse 10 um das Sachfach Politik erweitert.
Wird die Zweisprachigkeit bis zum Abitur fortgesetzt, so belegen die Schülerinnen neun Stunden englischsprachigen Unterricht in der Jahrgangsstufe 11. Dieser besteht aus drei Grundkursen (Englisch, Biologie, Erdkunde) oder aus zwei Grundkursen Englisch und dem Grundkurs eines Sachfaches.
Verpflichtend für das Abitur sind in den Jahrgangsstufen 12/13 die Belegung eines Leistungskurses Englisch und eines Grundkurses (Biologie oder Erdkunde) in englischer Sprache. Dieser Grundkurs ist als 3. oder 4. Abiturfach zu wählen.
Da mit dem Bilingualen Zweig vertiefte Kenntnisse der englischsprachigen Lebenswelt und Kultur vermittelt werden, ist seit seiner Einführung ein erster gemeinsamer Studienaufenthalt in Großbritannien in den Unterricht integriert. Dieser "educational stay" findet in der Jahrgangsstufe 8 in Canterbury statt.
Die Teilnahme am bilingualen Unterricht in der Sekundarstufe I und in der gymnasialen Oberstufe wird auf dem Zeugnis bescheinigt. Mit dem Zeugnis der Klasse 10 wird ein erstes zweisprachiges Zertifikat ausgehändigt. Das Abiturzeugnis enthält einen diesbezüglichen Vermerk und eine zweisprachige Anlage.
Im Bilingualen Zweig liegen dem Unterricht im Fach Englisch und in den Sachfächern im Kern dieselben Inhalte zugrunde wie im Regelzweig. Was darüber hinausgeht, bedeutet Erweiterung und Vertiefung der Sprachkompetenz. Somit ist Durchlässigkeit für die Schullaufbahn gewährleistet. Ein Wechsel aus dem Bilingualen Zweig in den Regelzweig ist jederzeit (sinnvollerweise zum Halbjahres- oder Schuljahresende) möglich. Schülerinnen, deren Leistungen im Englischen am Ende der Erprobungsstufe besonders überzeugen, können auf Antrag und mit Empfehlung der Klassenkonferenz zur Klasse 7 noch in den Bilingualen Zweig aufgenommen werden.
Der Regelzweig+
Regelzweig+ bedeutet für die Erprobungsstufe (Klassen 5/6), dass die Schülerinnen jeweils eine zusätzliche Stunde Englisch und Naturwissenschaften erhalten.
Die zusätzliche Englischstunde verringert die quantitativen Unterschiede zwischen Bilingualem und Regelzweig und fördert somit die Durchlässigkeit im Rahmen der Erprobungsstufe.
Die zusätzliche Stunde im Bereich Naturwissenschaften setzt hier einen deutlichen Schwerpunkt. Die Schülerinnen erleben die Beschäftigung mit Naturwissenschaft und Technik als interessant und bereichernd und entwickeln so eine positive Einstellung zu diesem Lernbereich.
Im Rahmen des Unterrichts sollen die Schülerinnen angeleitet werden, handlungsorientiert sinnvolle altersgemäße Erfahrungen im naturwissenschaftlich technischen Bereich zu sammeln. Durch eigenes Experimentieren und Werken werden sie zum Beobachten, Beschreiben und Erklären von naturwissenschaftlich-technischen Phänomenen des Alltags geführt. Inhaltlich stehen Naturphänomene im Mittelpunkt, die nach Möglichkeit fächerverbindend (Physik-Chemie-Biologie) unterrichtet werden.
In den Jahrgangsstufen 9/10 haben die Schülerinnen die Möglichkeit, im Differenzierungsbereich das Fach Naturwissenschaften zu belegen und dadurch ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern sowie fächerverbindend zu arbeiten.