7.1 Fragebogen der Elternschaft
Ergebnisse der Fragebogenaktion bei den Eltern der Marienschule
Der Leitgedanke für die Befragung der Eltern der Marienschülerinnen im Frühjahr 2004 - parallel zu einer Befragung der Schülerinnen - war das Bestreben, Perspektiven für die Schulentwicklung aus Elternsicht zu gewinnen. Im Wissen, dass künftige Neuerungen eine Analyse des Bestehenden voraussetzen, wurden Fragen für die Eltern der drei Schulstufen entwickelt zur Bewertung der schulischen Praxis sowie zu ihren Wünschen an die Zukunft.
489 (61 %) der an alle Elternhäuser verteilten Fragebögen kehrten zurück. Der Rücklauf war recht unterschiedlich: 73 % (5. Jg.) bzw. 72 % (6. Jg.) in der Unterstufe; in der Mittelstufe 69 % (7. Jg.), 64 % (8. Jg.), 65 % (9. Jg.), 47 % (10. Jg.); in der Oberstufe 33 % (11. Jg.), 62 % (12. Jg.) und 9 % (13. Jg. ).
Der geringe Rücklauf im Jahrgang 13 hat zweifellos seine Hauptursache im nahen Ende der Schulzeit für die Abiturientinnen. Dass mit der Zugehörigkeit der Schülerinnen zur Oberstufe nicht automatisch ein Nachlassen des Elterninteresses einhergeht, zeigt der Rücklauf der Bögen im 12. Jahrgang. Auch die Eltern der im Ausland befindlichen Schülerinnen mehr im Blick zu haben, ist eine Konsequenz aus dem schwachen Rücklauf im 11. Jahrgang sein. Im derzeit zweitkleinsten Jahrgang der Schule ist als ein nicht unwichtiger Grund für die niedrige Zahl von abgegebenen Bögen die versehentliche Nichtbefragung der Eltern der abwesenden Schülerinnen anzunehmen. Die künftige Intensivierung des Gespräches zwischen Schule und Elternhaus folgt nicht nur aus diesem Rücklauf, sondern ebenfalls aus dem geringen im 10. Schuljahr.
Dass das Vertrauen der Eltern in die Schule als eine gute Basis für dieses Gespräch in herausragender Weise besteht, folgt klar aus den Antworten auf die in allen Bögen abschließend gestellte Frage: "Würden Sie aufgrund Ihrer persönlichen Erfahrungen die Marienschule weiterempfehlen?" Auf der Antwortskala von 5 bis 0 liegen die Durchschnittswerte zwischen 4,70 bis 3,92 und erzielen unter allen Antworten die höchste Zustimmung in den Jahrgängen 5 (4,70), 6 (4,51), 7 (4,41), 8 (4,45), 11 (3,95) und 12 (4,27).
Die Gewichtung bei den Antworten erweist sich im Vergleich der Jahrgänge 5 und 6 - mit leichten Abweichungen _ als überwiegend gleich. Groß ist die Zufriedenheit mit dem Tag der offenen Tür (5. Jg.: 4,5; 6. Jg.: 4,26). Großer Wertschätzung erfreut sich der Sondersprechtag (5. Jg.: 4,30; 6. Jg.: 4,24). Der Elterninformationsabend wurde bei der Schulwahl als sehr hilfreich erfahren (5. Jg.: 4,26; 6. Jg.: 4,14). Zufriedenheit besteht mit dem religiös-seelsorglichen (5. Jg.: 3,42; 6. Jg.: 3,34) und dem sportlichen Bereich (5. Jg.: 3,4; 6. Jg.: 3,65). Der Gedanke an die Einführung der 2. Fremdsprache bereits im 6. Schuljahr findet dagegen geringe Zustimmung (5. Jg.: 2,80; 6. Jg.: 2,82).
Deutlich ist der Wunsch nach mehr Unterstützung für Schülerinnen mit fachlichen Schwierigkeiten (5. Jg.: 3,91; 6. Jg.: 3,96). Als wichtig empfunden wird die Unterstützung für Schülerinnen mit persönlichen und sozialen Problemen (5. Jg.: 3,76; 6. Jg.: 3,73).
Diese Unterstützung erbitten Eltern des 7. Jahrgangs recht nachdrücklich (4,15), wie sie sich auch die Unterstützung für Schülerinnen mit fachlichen Schwierigkeiten wünschen (4,06). Während die Informationen zur Sprachenwahl für die Jahrgangsstufe 7 als ausreichend empfunden wird (3,37), besteht schon früh ein hohes Interesse an Informationen zur Oberstufe, und zwar zu den Auslandsaufenthalten im 11. Jahrgang (3,84) und zu den Kurswahlen für die Oberstufe (3,83). Hohes Gewicht messen die Eltern auch einem verstärkten Sprachenangebot bei (3,82) sowie der Verstärkung des Praxisbezuges z.B. durch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern (3,81). Mäßig ist die Zufriedenheit mit dem religiös-seelsorglichen Angebot (3,31).
Groß ist der Wunsch der Eltern des 8. Jahrganges nach stärkerer Information zu den Kurswahlen für die Oberstufe (4,18) und verstärkter Information zur Differenzierung in der Jahrgangsstufe 9 (4,02). Eine Verstärkung des Sprachenangebots sowie des Praxisbezugs durch außerschulische Kooperationspartner würde bei den Eltern auf deutlich positive Resonanz stoßen (beide 3,95). Ausgeprägt bleibt der Wunsch nach mehr Unterstützung für Schülerinnen mit fachlichen Schwierigkeiten (3,88). Abgeschwächt ist auch hier die Zufriedenheit mit dem religiös-seelsorglichen Angebot der Schule (3,21).
Der Wunsch nach Verstärkung der Informationen zu den Kurswahlen für die Oberstufe setzt sich im 9. Jahrgang an die Spitze der Durchschnittswerte gemeinsam mit dem Gewicht, das die Eltern der Kooperation mit außerschulischen Partnern beimessen (beides 4,25). Den 2. Platz auf der Rangliste stellt die Verstärkung der Informationen zu den Auslandsaufenthalten in der Jahrgangsstufe 11 dar (3,95). Auf dem 3. Platz steht der Wunsch nach mehr Unterstützung für Schülerinnen mit fachlichen Schwierigkeiten (3,93). Kaum geringer ist der Wunsch nach einem größeren Sprachenangebot (3,92).
Auch im 10. Jahrgang wird auf eine Verstärkung der Informationen zu den Kurswahlen für die Oberstufe gedrungen (4,47). Eng einher geht damit der Wunsch, diese Informationen früher zu geben als bislang (4,44). Der Wunsch nach einem größeren Sprachenangebot ist so ausgeprägt wie die Bereitschaft zur Weiterempfehlung der Schule (4,19). Bleibend deutlich ist das Verlangen nach mehr Unterstützung für Schülerinnen mit fachlichen Schwierigkeiten (4,04) und mehr Informationen zu den Auslandsaufenthalten im 11. Jahrgang (3,85). Sehr begrüßt würde eine stärkere Kooperation mit außerschulischen Partnern (3,85).
Die Eltern im 11. Jahrgang wünschen mehr Fächer zur Wahl (3,89) sowie mehr Informationen am Ende des Jahrgangs zu den Kurswahlen für die Stufen 12 / 13 (3,84). Deutlich ist der Wunsch nach einer verstärkten Information zu den Abiturbedingungen am Beginn der Stufe 13 (3,80) und einem größeren Angebot an Leistungskursen (3,83), während mehr Grundkurse zur Auswahl als nicht erforderlich betrachtet werden (2,75). Auf geringere Resonanz trifft der Gedanke, in der Oberstufe zusätzliche Qualifikationen für ein späteres Studium (z.B. Lateinkenntnisse) zu erwerben (3,16).
Die Eltern des 12. Jahrgangs verlangen nach ausführlicheren Informationen zu den Abiturbedingungen am Beginn der Stufe 13 (4,12). Hohen Stellenwert hat eine umfassendere Unterstützung von Schülerinnen mit persönlichen und sozialen Problemen (4,00) und von solchen Schülerinnen, die von nicht-gymnasialen Schulformen auf die Marienschule wechseln (3,87). Begrüßt würde eine Stärkung des Bi-Zweiges durch mehr Sachfächer zur Auswahl (3,87), während auch hier eine Vergrößerung des Grundkursangebots nicht als dringlich betrachtet wird (3,32). Größere Offenheit besteht für die Möglichkeit des Quereinstiegs in den Bi-Zweig der Oberstufe bei entsprechender Sprachqualifikation (3,81), während sie in der Mittelstufe noch wenig ausgeprägt ist (7. Jg.: 3,34; 8. Jg.: 3,51; 9. Jg.: 3,33; 10. Jg.: 3,43). Leicht gestiegen, gleichwohl nicht stark ausgeprägt ist das Interesse am Erwerb zusätzlicher Studienqualifikationen (3,55).
Die Möglichkeit zu einer sehr differenzierten Beantwortung jeder Frage, auch der Raum für persönliche Bemerkungen, ebenso die Tatsache, dass die Eltern in ihren Antworten Stellung genommen haben zu Themen, zu denen sie aufgrund der Schullaufbahn ihrer Tochter evtl. keinen unmittelbaren Bezug haben. Das alles lässt zweifellos eine genauere, damit auch umfangreichere Interpretation des aufgekommenen Zahlenmaterials zu als hier dargeboten. Doch geben die hier dargestellten Daten bereits zu erkennen, dass aus Sicht vieler Eltern das mathematisch-naturwissenschaftliche Angebot für ausreichend erachtet wird, wie die Antworten auf die Frage nach der Wichtigkeit einer Verstärkung des naturwissenschaftlich-mathematischen Angebots deutlich machen (5. Jg.: 3,42; 6. Jg.: 3,34; 7. Jg.: 3,44; 8. Jg.: 3,79; 9. Jg.: 3,66; 10. Jg.: 3,58). Ähnlich sind die Zahlen auf die gleichlautende Frage zum Sportbereich (5. Jg.: 3,44; 6. Jg.: 3,67; 7. Jg.: 3,68; 8. Jg.: 3,76; 9. Jg.: 3,76; 10. Jg.: 3,74). Während im 8. Jg. eine stärkere Tendenz für eine Erweiterung des künstlerischen Bereichs besteht (3,81), lässt sie sich in den übrigen Jahrgängen der Mittelstufe nicht nachweisen (7. Jg.: 3,71; 9. Jg.: 3,32; 10. Jg.: 3,62). Gegen eine wesentliche Veränderung des gesellschaftswissenschaftlichen Angebots sprechen die Zahlen in der Mittelstufe (7. Jg.: 3,37; 8. Jg.: 3,52; 9. Jg.: 3,37; 10. Jg.: 3,56).
Die gesammelten Daten ermöglichen aber folgendes erstes Fazit für zukunftsgestaltende Maßnahmen, deren Gewichtung und Reihenfolge die zukünftige schulische Diskussion bestimmen soll: