2.3 Fachliche Schwerpunkte

Das fremdsprachliche Angebot

Im gemeinsamen Europa und in einer zusammenwachsenden Welt sind gute Sprachkenntnisse unerlässlich. Denn Sprachen ermöglichen Verständigung, schaffen Einblicke in fremde Kulturen, vermitteln Toleranz.

An der Marienschule bildet der Unterricht in den Fremdsprachen traditionell einen wichtigen Schwerpunkt. Zur Zeit werden folgende Sprachen unterrichtet:

Klasse 5

1. Fremdsprache: Englisch

Klasse 7

2. Fremdsprache: Latein oder Französisch

Klasse 9

Differenzierungsbereich:
3. Fremdsprache: Französisch oder Italienisch

Jgst. 11

Italienisch oder Spanisch

Bei der Anmeldung zur Jahrgangsstufe 5 haben die Schülerinnen die Möglichkeit, zwischen dem Bilingualen Zweig und dem Regelzweig+ zu wählen.

Deutsch

Im Deutschunterricht lernen die Schülerinnen sowohl analytisch als auch produktionsorientiert mit den Gegenständen des Faches, also mit Sprache, literarischen Texten, Sachtexten und Texten der Medien umzugehen.

Im Sinne eines ständig vertiefenden Lernens setzen sie sich in allen Klassenstufen mit Rechtschreibung, Grammatik, Textproduktion und zunehmend mit Textanalyse auseinander. Grundlage für diese Verfahren bilden die eingeführten Schulbücher, ergänzende Arbeitshefte und Arbeitsblätter sowie literarische Ganzschriften. Auch die Formen freien Sprechens z.B. diskutieren, Diskussionen leiten, Kurzvorträge halten, Reden halten usw. werden geübt. Die reinen Mädchengruppen bieten den Vorteil gleichartiger Interessenlagen und offener Interaktion.

Die Mädchen können Probleme ihrer Lebenswelt und Themen der Öffentlichkeit bedenken und kreative oder analytische Verstehensansätze entwickeln.

Der Deutschunterricht gibt den Schülerinnen die Möglichkeit zwar einen begrenzten, aber - durch Anregungen - einen sich weiterentwickelnden Literaturkanon kennen zu lernen, wobei alle drei Gattungen - Lyrik, Prosa und Drama - mit wechselnder Akzentuierung berücksichtigt werden. Der Unterricht vermittelt grundlegende Techniken des Schreibens und des Textverstehens, die auch für andere Fächer von Bedeutung sind.

In den letzten Jahren haben kreative Methoden der Erarbeitung wie szenisches Interpretieren und Rezitieren größeren Raum eingenommen.

(siehe auch Autorenlesungen 5.1 und Wettbewerbe im Fach Deutsch 5.2)

Das gesellschaftswissenschaftliche Angebot

Unbestritten ist die politische Bildung, wie sie die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer im Besonderen zum Inhalt und Ziel haben, elementarer Bestandteil der "Bildung mit einer ganzheitlich-humanen Dimension": Marienschülerinnen sollen befähigt werden, ihre Zukunft als Staatsbürgerinnen, Europäerinnen und Weltbürgerinnen verantwortungsbewusst und engagiert mitzugestalten.

Die Marienschule bietet ein breites Fächerspektrum, in dem sich die Schülerinnen mit allen Ebenen gesellschaftlicher Existenz von der Familie bis zur Weltgemeinschaft - in ihren historischen Dimensionen und aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen können.

In der Unterstufe erfolgt dies zunächst in den Fächern Politik und Erdkunde, die ausgehend vom unmittelbaren Lebensumfeld der Schülerin den Horizont allmählich zu Einblicken in gesellschaftspolitische Zusammenhänge in Europa erweitern. Im Fach Geschichte wird durch die Erforschung von Antike und Mittelalter der Blick für europäische Gemeinsamkeiten geschärft.

Schülerinnen mit besonderem Interesse an gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen bietet sich in der Differenzierung der Jahrgangsstufe 9 die Möglichkeit, Wirtschaft mit Sozialwissenschaft anzuwählen (siehe WiSo 2.4).

Die Vernetzung der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer soll in naher Zukunft gestärkt werden:
Durch die vertiefte Beschäftigung mit Wirtschaftsthemen - in den Fächern Politik, Erdkunde und Geschichte - wird der Bereich Economics betont.

In der Oberstufe erweitert sich das gesellschaftswissenschaftliche Angebot deutlich durch die Fächer Sozialwissenschaften, Pädagogik und Philosophie, die als Grundkurs angeboten werden. Traditionell hat Pädagogik einen guten Zuspruch: Gerade dieses Fach eignet sich in besonderem Maße frauenpolitische Themen wissenschaftlich zu fundieren und zeitgemäß zu diskutieren.

Die Vertiefung der politischen Bildung erfolgt z.B. dadurch, dass regelmäßig eine große Zahl von Schülerinnen an entsprechenden Wettbewerben teilnimmt (siehe Wettbewerbe 5.2).

Mathematik und Naturwissenschaften

Schwerpunkt in der naturwissenschaftlichen Ausbildung ist der problemorientierte, experimentelle Unterricht. Schülerversuche stehen dabei im Vordergrund. Durch die möglichst eigenständige Planung, Durchführung und Auswertung der Versuche wird gezielt die Selbständigkeit der Schülerinnen und das "Learning by doing" gefördert.

Der Mathematikunterricht soll es den Schülerinnen ermöglichen, ein solides mathematisches Fachwissen zu erwerben und neben Rechentechniken auch Lösungsstrategien einzuüben.

Zum mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich gehört auch das Modellieren von Alltagssituationen, das Erstellen von Anwendungsbezügen, die Förderung des logischen Denkens und des Abstraktionsvermögens sowie die Erziehung zu genauem und konzentriertem Arbeiten.

Neben diesen methodischen Fertigkeiten werden die Probleme und Sachverhalte der modernen Naturwissenschaft unter ethischem Aspekt behandelt, wobei die Biologie im Hinblick auf die Ökologie und Genetik eine besondere Verpflichtung hat.

Im Rahmen des Unterrichts wird eine Zusammenarbeit mit anderen Fächern praktiziert. So ergeben sich immer wieder Verbindungen zwischen dem Mathematik-, Physik-, Chemie- und dem Biologieunterricht. Auch die Zusammenarbeit mit nicht - naturwissenschaftlichen Fächern, wie z. B. der Musik und Kunst, bietet sich an verschiedenen Stellen an.

In einer Mädchenschule kann sich der Unterricht nach den Wünschen, Arbeitsweisen und Bedürfnissen der Mädchen ausrichten. Er ist weniger durch traditionelle geschlechtsspezifische Rollenerwartungen belastet. Es liegen Untersuchungen vor, nach denen der Anteil an Abiturientinnen von Mädchengymnasien unter den weiblichen Studienanfängern in den Fächern Mathematik und Informatik überdurchschnittlich hoch ist. Entsprechend beobachten wir an der Marienschule, dass in jedem Jahr in der Oberstufe auf Grund der Wahlen ein bis zwei Mathematik-Leistungskurse eingerichtet werden können.

Erweitert wird das mathematisch-naturwissenschaftliche Angebot durch Arbeitsgemeinschaften wie "Mathe kreativ" oder "SELMA" und die Teilnahme der Schülerinnen an Wettbewerben (s. 5.2). Darüber hinaus werden verschiedene fachbezogene Exkursionen und Fahrten (s. 5.3) angeboten.

Der Einsatz neuer Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht wird zur Zeit ausgebaut. Dazu gehört die Demonstration mathematisch-naturwissenschaftlicher Sachverhalte vor der Lerngruppe mit einem Laptop und Beamer, aber auch die Möglichkeit, in einem der Computerräume der Schule, in Kleingruppen Aufgaben am Computer selbst zu bearbeiten, bzw. den Computer als elektronisches Hilfsmittel in den Unterricht zu integrieren.

Kunst

Das Fach Kunst möchte im Unterricht durch aktives Gestalten und aufmerksames Betrachten den Zugang zur sinnlich erfahrbaren Wirklichkeit unterstützen. Durch altersgemäße Beschäftigung mit unterschiedlichen Bereichen, Verfahren, Methoden und Themen soll das Bewusstsein für die Eigenarten ästhetischen Handelns und Erlebens gefördert und geschärft und das Verständnis für unsere geschichtlich gewachsene Kultur vermittelt und erweitert werden.

So wird beispielsweise beim Malen der Umgang mit dem Material Farbe erprobt, Farbe als Mittel zur genauen Wiedergabe von Gesehenem untersucht oder Farbe in ihrem Eigenwert erlebt. Bei Kunstbetrachtungen als sinnvoller Ergänzung und Verknüpfung von Praxis und Theorie erfahren die Schülerinnen, dass Farbe in den verschiedenen Epochen ganz unterschiedliche Bedeutungen, Funktionen und auch materiellen Wert hatte. Je nach Alter der Schülerinnen wechseln die behandelten Gesichtspunkte von maltechnischen zu farbgestalterischen, von wahrnehmungsbezogenen zu farbtheoretischen Problemen, von Alltagsphänomenen zu kunstgeschichtlichen Betrachtungen, um die Vielfalt des Faches im eigenen Tun und in der gedanklichen Durchdringung von anschaulichen Objekten zu erfahren.

Nicht nur wegen der in allen gesellschaftlichen Bereichen bemerkbaren "Bilderflut" erfüllt Kunst eine wichtige Funktion für die schulische Grundbildung. Auch durch die Förderung individueller Fähigkeiten, Neigungen und Interessen der Mädchen leistet das Fach einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit der Schülerinnen. Das Fach sucht die Auseinandersetzung mit einem erweiterten Kunstbegriff durch die intensive Beschäftigung mit aktuellen künstlerischen Konzepten. (siehe 5.1)

Die Marienschule sieht und unterstützt den Anspruch des Faches Kunst, indem sie das Fach in der Sekundarstufe II als Grund- und als Leistungskurs anbietet und den Differenzierungsbereich der Jahrgangstufen 9 und 10 mit einem eigenen Fachangebot erweitert.

Musik

Musikalische Aktivitäten verschiedenster Art gehören zum festen und prägenden Bestandteil unseres Schullebens.

Die Schülerinnen erhalten eine umfassende musische Ausbildung durch den Musikunterricht in allen Jahrgangsstufen, daneben beteiligen sie sich aber auch an der musikalischen Gestaltung des Schullebens, z.B. bei schulischen Feiern, bei den Gottesdiensten sowie bei den regelmäßig stattfindenden Konzerten, Musicalaufführungen und anderen musikalischen Projekten.

Der Musikunterricht soll die Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit der Schülerinnen durch Nachdenken über Musik und durch Interpretieren von Musik erweitern, er soll die Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeit durch praktisches Musizieren im Unterricht und in verschiedenen Chor- und Instrumentalgruppen fördern.

Bei uns steht das gemeinsame Musik-Machen gleichberechtigt neben den mehr theoretisch ausgerichteten Unterrichtinhalten. Aktives Musizieren, schöpferisches Gestalten und Experimentieren können bei der Vermittlung von Unterrichtsinhalten sehr hilfreich sein, das gemeinsame Musizieren fördert aber darüber hinaus auch soziales Lernen, Teamfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und die allgemeine Ausgeglichenheit der Schülerinnen.

Die Schülerinnen dürfen und sollen im Musikunterricht ihren Gefühlen Ausdruck geben, sie mit anderen teilen und über persönliche Empfindungen sprechen. Dadurch können sie eine höhere Sensibilität ihrer eigenen, nicht nur musikalischen Wahrnehmung entwickeln.

Die Schülerinnen werden durch den Musikunterricht ermutigt, mündig und selbstbestimmt am vielfältigen kulturellen Angebot unserer Zeit teilzunehmen.

Die komplexen Aufgaben und Problemstellungen, die ein großes Projekt an die Schülerinnen heranbringt, erfordern und fördern außerdem Schlüsselqualifikationen, wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Kreativität. Solche schulischen Projekte, Konzerte oder Musicalaufführungen, haben einen hohen emotionalen Erlebniswert für alle Beteiligten; neben unserem traditionellen Weihnachtskonzert finden regelmäßig verschiedene Aufführungen statt.

Der aktive Umgang mit den modernsten technischen Medien ist für uns selbstverständlich, das zeigt sich in einer hervorragenden Ausstattung der Musikräume, die neben den klassischen Instrumenten eine komplette elektronische Ausstattung mit Band-Equipment, Mischpulten und digitalen Aufnahmemedien bereithalten. Eigene CDs wurden dort bereits produziert.

Neben dem eigentlichen Unterricht bieten wir für die unteren Klassen einen eigenen, sehr gut besuchten Chor an. Die Schülerinnen, die ein Instrument spielen, können am Instrumentalkreis (Unterstufe), am Orchester oder an anderen Instrumentalformationen (Big Band etc.) teilnehmen.

Sport

Die Mädchen sollen an unserer Schule durch Erfahrungen im Schulsport in ihrer Entwicklung ganzheitlich unterstützt werden, in geschlechtsspezifischen sowie geschlechtsunspezifischen Sportbereichen. Die Mehr-Perspektivität des Schulsports steht dabei im Vordergrund, d.h. Leistung ist nur ein Teilaspekt, da Kooperation, soziales Lernen und die Erfahrung von Gemeinschaft ebenfalls einen hohen Stellenwert im Sportunterricht einnehmen. Die pädagogischen Perspektiven der neuen Richtlinien im Sport verwirklichen sich im Schulsport an speziellen Inhaltsbereichen. Die eher traditionellen Sportarten finden neue Akzente. Beim Bewegen im Wasser (Schwimmen), Bewegen an Geräten (Turnen) und Gestalten, Tanzen, Darstellen (Gymnastik/Tanz) ist das kreative Erstellen von Gruppengestaltungen ein wichtiger Bestandteil des Sportunterrichts. Die Selbständigkeit der Schülerinnen wird gefördert und Teamfähigkeit entwickelt.

Die Mädchen werden so an die Leichtathletik herangeführt, dass die alternativen Bundesjugendspiele im Sommer den Höhepunkt der sportlichen Aktivitäten in der Leichtathletik bilden. Überdies hinaus fühlen sich die Mädchen ebenso in vielen anderen Sportarten wohl, sei es im Fußball, Kampfsport oder in neuen Bereichen wie Flag Football oder Softball. Auch der Abenteuer- und Erlebnissport gehört zur beliebten Unterrichtsreihe im Schulfach Sport. Der Unterrichtskonzeption liegt ein offenes Sportverständnis zu Grunde. Im Sportunterricht der Marienschule wird die Vielfalt und Offenheit von Bewegung, Spiel und Sport nicht nur erlebt, sondern auch reflektiert. Zudem stellt der Sportunterricht Bezüge zum Sport außerhalb der Schule her, was für die sportliche Weiterentwicklung der Schülerinnen wichtig ist. Zum Beispiel nehmen einzelne Schülerinnen in der Mittelstufe an den Stadtmeisterschaften im Beach-Volleyball und in der Unterstufe an den Stadtmeisterschaften im Volleyball teil.